Freitag, 31. Mai 2013
Hilfe, wie die Zeit vergeht
Dieses Jahr wird der Verein tatsächlich schon dreißig Jahre alt. In unserer Satzung ist vermerkt, dass der Tag der Errichtung der 30.09.1983 war.
Das wollen wir nun ein bisschen feiern und haben dafür den 22. Juni als Termin für ein Sommerfest ausgeguckt. Eingeladen haben wir nicht nur die Mitglieder und eine Musikantin sondern auch den Sommer. Hoffentlich nimmt er den Termin auch wahr.
Freitag, 11. Januar 2013
Wenn einem selbst nichts einfällt,
muss man sich auf andere Texte stützen:
In der Neujahrsnacht
Die Kirchturmglocke schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.
Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe
und werfen die Mützen in die Höhe.
Der Schornsteinfegergeselle Schwerzlich
küsst Konditor Krause recht herzlich.
Der alte Gendarm brummt heute sogar
ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr.
Joachim Ringelnatz
Gedicht zum Neuen Jahr
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre doch was!
Statt immer nur ICH ein bisschen mehr DU,
statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
und Kraft zum Handeln - das wäre gut!
Kein Trübsal und Dunkel, ein bisschen mehr Licht,
kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht,
und viel mehr Blumen, solange es geht,
nicht erst auf Gräbern - da blüh'n sie zu spät!
Peter Rosegger
In der Neujahrsnacht
Die Kirchturmglocke schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.
Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe
und werfen die Mützen in die Höhe.
Der Schornsteinfegergeselle Schwerzlich
küsst Konditor Krause recht herzlich.
Der alte Gendarm brummt heute sogar
ein freundliches: Prosit zum neuen Jahr.
Joachim Ringelnatz
Gedicht zum Neuen Jahr
Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bisschen mehr Wahrheit - das wäre doch was!
Statt immer nur ICH ein bisschen mehr DU,
statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
und Kraft zum Handeln - das wäre gut!
Kein Trübsal und Dunkel, ein bisschen mehr Licht,
kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht,
und viel mehr Blumen, solange es geht,
nicht erst auf Gräbern - da blüh'n sie zu spät!
Peter Rosegger
Donnerstag, 27. Dezember 2012
Was wir aus den Feiertagen mitnehmen sollten
Ich bekam einen Weihnachtsgruß von einer Bekannten aus unserer Selbsthilfegruppe, der mit einem Spruch von Roswitha Bloch begann:
„Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die
wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken
können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden.“
Dieses Zitat hat mich und meinen Mann sehr beeindruckt.
Ich habe für mich aber daraus auch noch eine andere
Erkenntnis abgeleitet:
Wenn Menschen, denen ich meine Zeit schenke, dieses
Geschenk nicht annehmen können oder mögen, fühle ich mich nicht mehr
verpflichtet, sie auch in Zukunft weiter zur Verfügung zu stellen. Manchmal
beschenke ich mich inzwischen damit, bei mir selbst zu bleiben und meine eigene
Gesellschaft zu genießen.
Auch Weihnachten verbringe ich inzwischen gern mit meinem
Mann allein zu Haus, oder wir fahren auf einen kurzen Besuch zu Freunden oder
Bekannten. Ich habe es mir abgewöhnt, darüber zu trauern, dass Weihnachten im
Kreise der Familie nicht mehr funktioniert und akzeptiere, dass eben auch zu
Weihnachten die Generationen nicht ruhig und friedlich am Tisch sitzen und sich
freundlich miteinander unterhalten, wenn das auch an den anderen Tagen des
Jahres nicht funktioniert.
Wie oben schon angedeutet, ist es mir trotzdem wichtig,
mit Menschen persönlich in Kontakt zu sein und zu bleiben, aber, wenn
Familienleben, aus welchen Gründen auch immer, nicht funktioniert, versuche ich
auch nicht mehr den Schein zu wahren. Für mich sind Familientreffen nur noch
bedingt wunderbare analoge Veranstaltungen in virtuellen Zeiten.
Dies ist die Antwort auf eine Kolumne von Dorthee Krings in der RP von heute.
Mittwoch, 19. Dezember 2012
Weihnachtsferien
Das nächste Angehörigentreffen findet erst am
16. Januar und dann um 19.00 Uhr statt.
Allen Freunden und Bekannten wünschen wir eine friedliche Weihnachtszeit und alles gute für das neue Jahr.
16. Januar und dann um 19.00 Uhr statt.
Allen Freunden und Bekannten wünschen wir eine friedliche Weihnachtszeit und alles gute für das neue Jahr.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Der Mensch ist, was er isst ???????
Bei einem Treffen des Landesverbandes der Angehörigen psychisch Kranker empfahl eine Teilnehmerin das Buch "Schlau gelaunt" von Dr. med. Petra Wenzel, das bei Amazon so beschrieben wird: „Schlau gelaunt“ gibt wertvolle, leicht verständliche und humorvolle Denkanstöße an all jene, die sich für ihre Gesundheit interessieren und ihren gesunden Menschenverstand nutzen möchten – egal, ob „privat“ oder „geschäftlich“, gesund oder krank … Du bist, was Du denkst! Was passiert da zwischen unseren Ohren? Du bist, was Du tust! Neuer Schwung für graue Zellen Du bist, was Du isst! Von guten und schlechten Nährstoffen Einfach weg-essen statt verg-essen? Vitalstoffe zur Vorbeugung und Behandlung Menschen, Märkte, Machenschaften Über Glaubensfragen, Politik und Wissenschaft Von Seesternen und Apfelkernen Warum der Schlüssel in Ihnen selbst liegt.
Ich habe das Buch gekauft und stieß im Kapitel "Einfach weg-essen statt verg-essen" zum Thema Schizophrenie auf die Aussage, dass Schizophrene äußerst häufig Allergien gegen Lebensmittel haben (Weizen 86 %, Milch 75 %).
Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, um es mit Goethes Faust zu sagen.
Und noch etwas zum Thema aus Zeit-online:
Iss-dich-gluecklich
Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, um es mit Goethes Faust zu sagen.
Ich habe die Frau Doktor angeschrieben und nach
Studien und Veröffentlichungen gefragt, von denen sie diese Aussage
ableitet.
Sie hat das
Buch „Optimale Ernährung für die Psyche“ von Patrick Holford empfohlen, das im
Anhang auf ca. 50 Seiten die Originalquellen für die Aussagen und
weiterführende Adressen enthält, sowie als ein weiteres Buch das von Dr. Natasha
Campbell-McBride "Gut and Psychology Syndrome", in dem die Ärztin
ebenfalls zahlreiche Originalquellen zitiert.
Das Buch
habe ich mir inzwischen ebenfalls beschafft. Diese Ärztin beschreibt u.a.
dass sie ihren eigenen, als autistisch diagnostizierten, Sohn durch eine
auf die Bedürfnisse des Patienten abgestellte Nahrung heilen konnte.
Dr. Natasha
Campbell-McBrides Grundaussage:
Der Darm der
Patienten ist durchlässig und so gelangen giftige Stoffe über das Blut in den
Körper. Sie erklärt so auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Ach wäre es schön, wenn das alles so einfach wäre.
P.S.:
Frau Dr. Wenzel ist eine Verfechtering der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln.
Frau Dr. Natasha Campbell-McBride lehnt sie ab, und sie kann sich auch nicht vorstellen, dass Vegetarier gesund leben können.
P.S.:
Frau Dr. Wenzel ist eine Verfechtering der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln.
Frau Dr. Natasha Campbell-McBride lehnt sie ab, und sie kann sich auch nicht vorstellen, dass Vegetarier gesund leben können.
Und noch etwas zum Thema aus Zeit-online:
Iss-dich-gluecklich
Dienstag, 2. Oktober 2012
TTT – Telefon-Terror-Tag
(nicht Titel, Thesen, Temperamente)
Es gibt Tage, da rührt sich das Telefon überhaupt nicht. Klasse, himmlische Ruhe!
Dann gibt es Tage, da stehe ich ausnahmsweise mal erst um 9.00 Uhr auf, sitze um 9.30 Uhr noch am Frühstückstisch, will gerade genüßlich in den Toast beißen und einen Schluck Kaffee nehmen: Klingelingeling!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Da ist dann eine mir bekannte gesetzliche Betreuerin am Telefon, sucht Hilfe für eine Freundin und deren psychisch kranken obdachlosen Sohn. Wir unterhalten uns nett und ausführlich, tauschen Tipps und Ratschläge aus, reden über die Termine und Uhrzeiten unserer Angehörigentreffen, wo die Freundin gern vorbei kommen kann – und im Nu ist es 10.00 Uhr. Das Frühstück kann zu Ende geführt werden. So weit so gut.
Das nächste Mal läutet es erst um 12.00 Uhr wieder. „Guten Tag, Sch....(den Rest des Namens habe ich nicht verstanden), ich habe ihre Nummer von der Selbsthilfekontaktstelle. Ich habe einen kranken Sohn ....“ Und ohne Punkt und Komma erzählt mir die fremde Dame ausführlich ihre Lebens- und Leidensgeschichte mit allen nur erdenklichen Fakten und Einzelheiten zum wirklich schlimmen Krankheitsverlauf ihres Sohnes.
So gegen 12.20 Uhr unterbreche ich sie mit der Frage: „Welche Hilfe erwarten sie von uns als Angehörigenverein und Selbsthilfegruppe?“ „Ähm – ich will wissen, ob sie einen Psychologen kennen, der mir ein neues Gutachten macht, das die Krankheit meines Sohnes anders beurteilt als bisher....................“ „Nein, da muss ich passen. Das kann ich leider nicht.“
„Ich habe im Internet gelesen, dass Herr Dr. Vau gute Kritiken bekommen hat.“ Der Redeschwall setzt von Neuem ein. Mein Tipp: „Rufen sie den Herrn Doktor (er ist Psychiater) an und vereinbaren sie einen Termin, und dann sehen sie weiter.“
Um 12.30 Uhr breche ich mehr oder weniger höflich das Gespräch ab und habe plötzlich Verständnis für genervte Ärzte, Krankenpfleger, Sozialarbeiter und andere Professionelle, die sich Angehörige so oder so ähnlich anhören müssen.
Inzwischen ist es 1.15 Uhr. Und leider klingelt schon wieder das Telefon, diesmal ist es das private. Die Frau Schwiegermama erfreut mit ihrem Anruf. Was sie genau mitteilten will, erschließt sich mir nicht so ganz. Den Herrn Sohn kann ich ihr leider nicht bieten – er ist auf einer Dienstbesprechung – und so verspreche ich, ihn über den Anruf zu unterrichten.
Ich bin gerade dabei, meinen Telefon-Frust mit diesen Zeilen zu verarbeiten (nun ist es 14.00 Uhr), klingelt erneut das Telefon: „Ihrem Mann ist es schlecht, können sie ihn bitte abholen. Er kann zur Zeit nicht Auto fahren.“
Na gut, alles stehen und liegen lassen und erst mal den kranken Gatten einsammeln fahren. Etwas gutes hat der Ausflug ja: Es klingelt im Auto kein Telefon, das Handy ist nämlich ausgeschaltet!
Wir sind gerade zu Hause angekommen (15.00 Uhr), meldet sich die Mailbox: „Die Jasmin ist in der AWO und will Nachhilfe machen .............“
Wir hatten sogar versucht, noch abzusagen!
Und was ist die Moral von der Geschicht?
An Tagen wie diesen gehe ich nicht mehr ans Telefon sondern werde gleich zum nächsten Termin (Psychose-Seminar) das Haus verlassen. Das Handy bleibt selbstverständlich weiterhin aus.
Und, es gibt natürlich auch Tage, da macht mir ehrenamtliche Arbeit Spaß, wirklich!
(nicht Titel, Thesen, Temperamente)
Es gibt Tage, da rührt sich das Telefon überhaupt nicht. Klasse, himmlische Ruhe!
Dann gibt es Tage, da stehe ich ausnahmsweise mal erst um 9.00 Uhr auf, sitze um 9.30 Uhr noch am Frühstückstisch, will gerade genüßlich in den Toast beißen und einen Schluck Kaffee nehmen: Klingelingeling!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Da ist dann eine mir bekannte gesetzliche Betreuerin am Telefon, sucht Hilfe für eine Freundin und deren psychisch kranken obdachlosen Sohn. Wir unterhalten uns nett und ausführlich, tauschen Tipps und Ratschläge aus, reden über die Termine und Uhrzeiten unserer Angehörigentreffen, wo die Freundin gern vorbei kommen kann – und im Nu ist es 10.00 Uhr. Das Frühstück kann zu Ende geführt werden. So weit so gut.
Das nächste Mal läutet es erst um 12.00 Uhr wieder. „Guten Tag, Sch....(den Rest des Namens habe ich nicht verstanden), ich habe ihre Nummer von der Selbsthilfekontaktstelle. Ich habe einen kranken Sohn ....“ Und ohne Punkt und Komma erzählt mir die fremde Dame ausführlich ihre Lebens- und Leidensgeschichte mit allen nur erdenklichen Fakten und Einzelheiten zum wirklich schlimmen Krankheitsverlauf ihres Sohnes.
So gegen 12.20 Uhr unterbreche ich sie mit der Frage: „Welche Hilfe erwarten sie von uns als Angehörigenverein und Selbsthilfegruppe?“ „Ähm – ich will wissen, ob sie einen Psychologen kennen, der mir ein neues Gutachten macht, das die Krankheit meines Sohnes anders beurteilt als bisher....................“ „Nein, da muss ich passen. Das kann ich leider nicht.“
„Ich habe im Internet gelesen, dass Herr Dr. Vau gute Kritiken bekommen hat.“ Der Redeschwall setzt von Neuem ein. Mein Tipp: „Rufen sie den Herrn Doktor (er ist Psychiater) an und vereinbaren sie einen Termin, und dann sehen sie weiter.“
Um 12.30 Uhr breche ich mehr oder weniger höflich das Gespräch ab und habe plötzlich Verständnis für genervte Ärzte, Krankenpfleger, Sozialarbeiter und andere Professionelle, die sich Angehörige so oder so ähnlich anhören müssen.
Inzwischen ist es 1.15 Uhr. Und leider klingelt schon wieder das Telefon, diesmal ist es das private. Die Frau Schwiegermama erfreut mit ihrem Anruf. Was sie genau mitteilten will, erschließt sich mir nicht so ganz. Den Herrn Sohn kann ich ihr leider nicht bieten – er ist auf einer Dienstbesprechung – und so verspreche ich, ihn über den Anruf zu unterrichten.
Ich bin gerade dabei, meinen Telefon-Frust mit diesen Zeilen zu verarbeiten (nun ist es 14.00 Uhr), klingelt erneut das Telefon: „Ihrem Mann ist es schlecht, können sie ihn bitte abholen. Er kann zur Zeit nicht Auto fahren.“
Na gut, alles stehen und liegen lassen und erst mal den kranken Gatten einsammeln fahren. Etwas gutes hat der Ausflug ja: Es klingelt im Auto kein Telefon, das Handy ist nämlich ausgeschaltet!
Wir sind gerade zu Hause angekommen (15.00 Uhr), meldet sich die Mailbox: „Die Jasmin ist in der AWO und will Nachhilfe machen .............“
Wir hatten sogar versucht, noch abzusagen!
Und was ist die Moral von der Geschicht?
An Tagen wie diesen gehe ich nicht mehr ans Telefon sondern werde gleich zum nächsten Termin (Psychose-Seminar) das Haus verlassen. Das Handy bleibt selbstverständlich weiterhin aus.
Und, es gibt natürlich auch Tage, da macht mir ehrenamtliche Arbeit Spaß, wirklich!
Dienstag, 17. Juli 2012
Angehörige als Co-Therapeuten?
Marianne Schumacher argumentiert:
Angehörige sollten nicht in die Rolle des Familientherapeuten schliddern. Sie plädiert für Distanz: Keine bohrenden Fragen, keine Ratschläge an die Adresse der Betroffenen. Wenn Sohn oder Tochter merken, dass sie und ihre Krankheit nicht mehr der Lebensmittelpunkt der Eltern sind, kann das die familiäre Beziehung entspannen.
Schön, wenn es so einfach wäre - trotzdem haben die Argumente auch was für sich, oder?!
Angehörige sollten nicht in die Rolle des Familientherapeuten schliddern. Sie plädiert für Distanz: Keine bohrenden Fragen, keine Ratschläge an die Adresse der Betroffenen. Wenn Sohn oder Tochter merken, dass sie und ihre Krankheit nicht mehr der Lebensmittelpunkt der Eltern sind, kann das die familiäre Beziehung entspannen.
Schön, wenn es so einfach wäre - trotzdem haben die Argumente auch was für sich, oder?!
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