Donnerstag, 27. Dezember 2012

Was wir aus den Feiertagen mitnehmen sollten


Ich bekam einen Weihnachtsgruß von einer Bekannten aus unserer Selbsthilfegruppe, der mit einem Spruch von Roswitha Bloch begann:

„Wenn uns bewusst wird, dass die Zeit, die wir uns für einen anderen Menschen nehmen, das Kostbarste ist, was wir schenken können, haben wir den Sinn der Weihnacht verstanden.“

Dieses Zitat hat mich und meinen Mann sehr beeindruckt.

Ich habe für mich aber daraus auch noch eine andere Erkenntnis abgeleitet:

Wenn Menschen, denen ich meine Zeit schenke, dieses Geschenk nicht annehmen können oder mögen, fühle ich mich nicht mehr verpflichtet, sie auch in Zukunft weiter zur Verfügung zu stellen. Manchmal beschenke ich mich inzwischen damit, bei mir selbst zu bleiben und meine eigene Gesellschaft zu genießen.

Auch Weihnachten verbringe ich inzwischen gern mit meinem Mann allein zu Haus, oder wir fahren auf einen kurzen Besuch zu Freunden oder Bekannten. Ich habe es mir abgewöhnt, darüber zu trauern, dass Weihnachten im Kreise der Familie nicht mehr funktioniert und akzeptiere, dass eben auch zu Weihnachten die Generationen nicht ruhig und friedlich am Tisch sitzen und sich freundlich miteinander unterhalten, wenn das auch an den anderen Tagen des Jahres nicht funktioniert.
Wie oben schon angedeutet, ist es mir trotzdem wichtig, mit Menschen persönlich in Kontakt zu sein und zu bleiben, aber, wenn Familienleben, aus welchen Gründen auch immer, nicht funktioniert, versuche ich auch nicht mehr den Schein zu wahren. Für mich sind Familientreffen nur noch bedingt wunderbare analoge Veranstaltungen in virtuellen Zeiten.

Dies ist die Antwort auf eine Kolumne von Dorthee Krings in der RP von heute.

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